Fehlinformationen zum Thema Abtreibung in Irland
von Camilla Fitzsimons: Mehr Information
Präsentation (mit Diskussion)
- Sprache: Englisch
- Dauer: 45min
- in Präsenz
Um was geht´s?
Abtreibungsdienste wurden in Irland nach einem Referendum legalisiert, bei dem mit einer Zweidrittelmehrheit für die Aufhebung eines veralteten und gefährlichen verfassungsrechtlichen Verbots gestimmt wurde. Seit der Einführung dieser Dienste im Jahr 2019 hat die WHO Fehlinformationen und Gewissensvorbehalte unter medizinischem Fachpersonal als ein großes Problem in Irland identifiziert (WHO, 2020, S. 26, 40). Hinzu kommt die anhaltende Verbreitung von Desinformation durch Organisationen, die gemeinhin als „Crisis Pregnancy Centres“ (CPCs) oder „Scharlatan-Einrichtungen“ bekannt sind und unregulierte Schwangerschafts„beratung“ aus einer explizit abtreibungsfeindlichen Perspektive anbieten, während sie sich gleichzeitig als neutrale Informations- und Unterstützungsquellen präsentieren (IFPA, 2006).
Dieser Präsentation gibt einen aktuellen Überblick über die ersten Phasen einer Untersuchung, die aufdecken soll, in welchem Ausmaß Desinformation verbreitet wird – womit ich Informationen meine, die „absichtlich erfundene oder weitergegebene Unwahrheiten sind, die darauf abzielen, zu täuschen oder zu manipulieren“ (AONTAS, 2025, S. 38). Insbesondere skizziere ich folgende Praktiken:
- Die absichtliche Verweigerung von Überweisungen und die Verbreitung von Desinformation zum Thema Abtreibung durch medizinische Fachkräfte, die selbst keine Abtreibungen durchführen, darunter Hausärzte und Krankenhäuser.
- Die Verbreitung von Desinformation zum Thema Abtreibung durch CPCs/unseriöse Einrichtungen, einschließlich Online- und digitaler Desinformation.
Die Ziele dieser Forschung sind:
- Ermittlung und Analyse der Arten von Informationen und Behauptungen zum Thema Schwangerschaftsabbruch, die von diesen Akteuren verbreitet werden.
- Beurteilung, inwieweit solche Inhalte ungenaue, irreführende oder wissenschaftlich unbegründete Behauptungen enthalten, wenn sie anhand etablierter klinischer und gesundheitspolitischer Erkenntnisse bewertet werden.
- Untersuchung der weiterreichenden Auswirkungen von Desinformation auf die informierte Entscheidungsfindung, die Patientenautonomie und den zeitnahen Zugang zu Schwangerschaftsabbruchdiensten.
Im Dialog mit anderen möchte ich herausfinden, ob ähnliche Praktiken auch in anderen Ländern zu beobachten sind, und darüber nachdenken, wie wir gemeinsam gegen den Rückbau der Abtreibungsrechte und der reproduktiven Rechte im weiteren Sinne sowie im Kontext der Fortschritte der extremen Rechten, für die die Ablehnung von Abtreibungen ein zentraler Grundsatz ist, vorgehen können.
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Zielsetzung des Beitrags
Erfahrungen mit gezielten Versuchen, den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen zu behindern, austauschen und Wege aufzeigen, wie man dem entgegenwirken und deren Einfluss einschränken kann. Bündnisse mit anderen Gleichgesinnten schließen.