Solidarität von unten? Präfigurative (radikal-)demokratische Praktiken
von Constanze Berndt und Theresa Lempp: Mehr Information
Workshop mit Diskussion
- Sprache: Deutsch
- Dauer: 1.5h
- In Präsenz
Um was geht´s?
Commoning-Bewegungen entwickeln widerständige Praktiken des kooperativen, nicht- marktförmigen Gestaltens und Teilens von materiellen und immateriellen Ressourcen mit dem Ziel einer lebensfreundlichen und gerechten Sozial-, Solidar- und Umweltwirtschaft (Helfrich/Bollier 2020). In ihren aktuellen Ausformungen sind sie u. a. eine Reaktion auf multiple Krisen, den Abbau sozialstaatlicher Sorgesysteme, wachsende Besitz- und Verteilungsungleichheiten sowie neue Formen der Entfremdung und Vereinzelung (Federici 2020; Redecker 2020).
In unserem Projekt untersuchen wir wiederaneignende und (radikal-)demokratische Praktiken in den Feldern Sozialökologie, Soziokultur, Gesundheit, Wohnen, Migration und Care. Dabei sind zwei Fragen zentral: Mit welchen sozialen, ökonomischen und ökologischen Handlungen, Methoden und Strategien werden Alternativen zum hegemonialen gesellschaftlichen Konsens hergestellt, und welche Ambivalenzen zeigen sich? Und wie konfiguriert sich „die Soziale Arbeit“ in diesen Prozessen?
Auf der Basis theoretischer Überlegungen zu radikaler Solidarität wollen wir uns im Material Aushandlungen um und Verständnisse von Solidarität anschauen und exemplarisch Bewegungen der Initiativen zwischen Ein- und Ausschlüssen, Affirmation und Widerstand, Institutionalisierung und Deinstitutionalisierung rekonstruieren. Mit den Teilnehmenden wollen wir diskutieren, inwiefern der Bezug auf gemeinsame Anliegen und Ressourcen Solidarität als strukturelle und präfigurative Praxis (Sörensen 2023) unterstützen kann.
Zielsetzung des Beitrags
Gemeinsam mit den Teilnehmenden wollen wir unterschiedliche Verständnisse von Solidarität im empirischen Material rekonstruieren sowie Ambivalenzen der Commoning- Praktiken und Möglichkeiten der Kooperation mit Sozialer Arbeit diskutieren.